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Bundes­weit sind Gebäude in der Regel gegen die Grund­ge­fah­ren Feuer, Leitungs­was­ser sowie Sturm/​Hagel abgesi­chert. Die Markt­durch­drin­gung des Deckungs­bau­steins Elemen­tar ist jedoch mit ca. 40 % weit unter­durch­schnitt­lich. Dabei gibt es erheb­li­che Unter­schiede zwischen einzel­nen Bundes­län­dern. In Baden-Württem­berg ist die Markt­durch­drin­gung mit ca. 97 % am höchs­ten, wohin­ge­gen diese in Bremen mit ca. 17 % am niedrigs­ten ausfällt. Doch was verbirgt sich hinter dem Baustein der Elementarschadenversicherung?

Grund­sätz­lich sind unter dem Baustein Elemen­tare Schaden­ur­sa­che abgesi­chert. Hierun­ter fallen Überschwem­mung, Rückstau, Schnee­druck, Lawinen, Erdrutsch, Erdfall, Erdbe­ben sowie Vulkan­aus­bruch. Zu beach­ten gilt in diesem Zusam­men­hang, dass der Deckungs­bau­stein von Versi­che­rungs­ge­sell­schaft zu Versi­che­rungs­ge­sell­schaft variie­ren kann und verein­zelt im Baustein­sys­tem ausge­wählt werden müssen. Des Weite­ren gibt es weiter­ge­hende Voraus­set­zun­gen, dass der Versi­che­rungs­schutz greift. Damit eine Überschwem­mung im Sinne der Elemen­tar­be­din­gun­gen vorliegt, müssen Großteile von Grund und Boden überschwemmt sein. Eine parti­elle Überflu­tung eines Licht­schach­tes ohne weitere Überschwem­mun­gen des Grund­stü­ckes führt in der Regel zu Ableh­nun­gen seitens der Versi­che­rungs­ge­sell­schaf­ten. An dieser Stelle kommt der Versi­che­rungs­schutz über die Elemen­tar­scha­den­ver­si­che­rung an ihre Leistungs­grenze.  Dennoch lässt sich dies durch die sogenann­ten „Unbenann­ten Gefah­ren“ absichern. Alter­na­tiv gibt es verein­zelte Gesell­schaf­ten, die eine Stark­re­gen­klau­sel verein­ba­ren, sodass über diesen Versi­che­rungs­schutz bestehen könnte. 

Im Bereich der Erdbe­ben­schä­den variie­ren die Bedin­gungs­werke ebenfalls. Einige Gesell­schaf­ten gewäh­ren erst Versi­che­rungs­schutz, wenn die Stand­fes­tig­keit eines Gebäu­des gefähr­det ist. Andere Gesell­schaf­ten hinge­gen leisten bereits bei Rissen in der Außen­fas­sade. Zudem gibt es Gesell­schaf­ten, die einen Erdbe­ben­de­ckel für spezi­fi­sche Bundes­län­der verein­ba­ren. Sollte es zu einem Großscha­de­n­er­eig­nis in dem entspre­chen­den Bundes­land kommen, so werden sämtli­che Schäden aus diesem Schade­n­er­eig­nis maximal bis zu der Decke­lung erstat­tet. Dies hat zur Folge, dass nur Teile des eigent­li­chen Schadens von der Versi­che­rungs­ge­sell­schaft erstat­tet werden. Dies sollte bei der Auswahl des Versi­che­rers  unbedingt berück­sich­tigt werden. Eine weitere Beson­der­heit sind die Regelun­gen hinsicht­lich Rückstaus. In den meisten Bedin­gungs­wer­ken gilt Rückstau als mitver­si­chert. Die meisten Versi­che­rer hinter­le­gen jedoch Einbau und Wartung einer Rückstau­klappe als Oblie­gen­heit. Dies kann im Schaden­fall zu Proble­men führen, da sich in Schaden­fäl­len häufig heraus­stellt, dass die Rückstau­klappe zum Schaden­ein­tritt nicht funkti­ons­fä­hig war. Daraus ergeben sich oft Deckungs­pro­bleme. Abschlie­ßend gibt es noch Unter­schiede hinsicht­lich der Versi­che­rungs­sum­men. Einige Versi­che­rer haben diesbe­züg­lich je Objekt eine Entschä­di­gungs­grenze zwischen 2 und 3 Mio. € verein­bart. Andere Versi­che­rer sehen bis zur Höhe des Gebäu­de­wer­tes keine Begren­zung vor. Für kleinere Objekte ist dieser Unter­schei­dung irrele­vant. Bei größe­ren Gebäu­de­kom­ple­xen kann dies im Schaden­fall erheb­li­che Abwei­chun­gen in der Schaden­re­gu­lie­rung nach sich ziehen. In diesem Zusam­men­hang gilt es, die indivi­du­el­len Selbst­be­tei­li­gungs­re­ge­lun­gen zu beach­ten. Generell ist die Verein­ba­rung einer Selbst­be­tei­li­gung markt­üb­lich und vom Rückver­si­che­rer gefor­dert.. So gibt es am Markt Varian­ten, bei denen eine feste Summe verein­bart wird oder eine prozen­tuale Selbst­be­tei­li­gung mit Festle­gung einer Mindest- und Höchstselbstbeteiligung.

Ob eine Elemen­tar­scha­den­ver­si­che­rung abgeschlos­sen werden kann, hängt in der Regel von der Einstu­fung des jewei­li­gen Objek­tes in die entspre­chende ZÜRS-Zone ab. Eine Einstu­fung in Zone 1 und 2 ist markt­weit absiche­rungs­fä­hig. Eine Einstu­fung in die Zone 3 oder 4 bedeu­tet entwe­der die zwingende Verein­ba­rung einer erhöh­ten Selbst­be­tei­li­gung oder die Annah­me­ver­wei­ge­rung seitens des Versi­che­r­er­s­Be­stimmte Versi­che­rer verwen­den andere Katego­rien zur Einstu­fung der Risiken, sodass auch Objekte in ZÜRS-Zone 4 versi­che­rungs­fä­hig sind.

Aufgrund der Vielschich­tig­keit der Elemen­tar­ver­si­che­rung ist eine entspre­chende Beratung durch einen spezia­li­sier­ten Versi­che­rungs­mak­ler unerlässlich.

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