Neue Pflichtversicherung für Wohnimmobilienverwalter

Neues Gesetz zur Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter tritt zum 01.08.2018 in Kraft

15.02.2018

Nach Verabschiedung des neuen Gesetzes zur Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter im Juni 2017 konkretisieren sich nun Umfang und Modalitäten der mit der Regulierung verbundenen Einführung der Weiterbildungs- und Versicherungspflicht.

Die Erlaubnispflicht erstreckt sich auf WEG-Verwalter und Mietverwalter von Wohnraum, die das Gesetz unter der Bezeichnung „Wohnimmobilienverwalter“ zusammenfasst.

Das neue Gesetz tritt bereits zum 01.08.2018 in Kraft, wobei eine Übergangsfrist zur Anwendung kommt. Spätestens bis zum 01.03.2019 müssen die Verwaltungsbetriebe ihre Gewerbe-Erlaubnis bei der zuständigen Regulierungsbehörde beantragen.

Im Zuge des Antrags ist neben einer ausreichenden Qualifikation der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung nachzuweisen.

Der Inhalt der geforderten Berufshaftpflichtversicherung wird aller Voraussicht nach die jetzt schon weit verbreitete Police zur Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Immobilienverwalter umfassen.

Die von verschiedenen Verbänden geforderte Einbeziehung der Betriebshaftpflichtversicherung (Haftung für Personen- und Sachschäden) wird hingegen nicht kommen.

Entsprechende Details sieht ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vor, der HOWDEN CANINENBERG zur Einsicht vorliegt.

Die Mindestversicherungssumme für Vermögensschäden soll künftig EUR 250.000 je Fall und EUR 500.000 je Versicherungsjahr betragen.

Ähnlich wie in anderen Berufsgruppen wird die dauerhafte Fortführung der Berufshaftpflicht-Versicherung mittels regelmäßiger Vorlage von Versicherungsbestätigungen behördlich überwacht.

Wie zu vernehmen ist, soll die Pflichtversicherung primär für originäre Pflichtverletzungen des Verwalters aus der gewöhnlichen gewerblichen Verwaltungstätigkeit zur Verfügung stehen, d.h. die geforderte Mindest-Versicherungssumme darf nicht für frei verhandelte Zusatzbedingungen innerhalb des Leistungspakets der Vermögensschaden-Haftpflichtpolice verbraucht werden.
Diese Überlegung dürfte dazu führen, dass die Versicherer den künftigen Pflichtversicherungsschutz zu einheitlichen Versicherungsbedingungen am Markt anbieten.
Verwalter hätten dann die Option, einen Zusatzvertrag mit weitergehenden Leistungsbausteinen und/oder höheren Versicherungssummen nach individuellem Bedarf abzuschließen.

Beurteilung HOWDEN CANINENBERG:

HOWDEN CANINENBERG begrüßt die Einführung von Berufszulassungsregelungen und schätzt die kommende Regulierung als einen wichtigen Schritt hin zur weiteren Professionalisierung der Verwalterbranche ein.

Die Regulierung hat jedoch weitreichende Auswirkungen auf die bisher freie Gestaltung des Versicherungsschutzes für Immobilienverwalter.

Der in den letzten Jahren florierende Bedingungswettbewerb unter den Anbietern ist zunächst einmal gestoppt, sodass sich der Markt neu formieren muss.

Zu erwarten sind einerseits Standardprodukte, die den gesetzlich geforderten Rahmen abdecken.

Zum anderen dürfte sich ein Zweitmarkt für ergänzende Policen entwickeln, mithilfe derer sich Verwalter bedarfsgerecht und umfassend absichern können.

HOWDEN CANINENBERG führt derzeit intensive Gespräche mit spezialisierten Versicherern und wird nach Veröffentlichung der neuen Tarife in der 2. Jahreshälfte 2018 seine Kunden über die aktuelle Marktsituation informieren.

Zwischenzeitliche Fragen werden von Ihren gewohnten Ansprechpartnern gerne beantwortet.

Kontakt

Jens-Peter Oblau
Tel: +49-661-25059-45
E-Mail: jens-peter.oblau@howden-caninenberg.de
Standort: Fulda

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