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Der Aufbau einer umwelt­freund­li­chen, nachhal­ti­gen Energie­ver­sor­gung ist eine der ganz großen Heraus­for­de­run­gen unserer Zeit.
Es gilt dabei, unsere Lebens­grund­la­gen auch für nachfol­gende Genera­tio­nen zu erhal­ten, indem wir umwelt­schäd­li­che Verfah­ren zur Energie­er­zeu­gung auf moderne Techno­lo­gien mit gerin­gem Schad­stoff­aus­stoß umstellen.

Die Energie­wende findet in Deutsch­land im Kleinen statt. Viele Privat­haus­halte nutzen bereits die gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen zum Umstieg aus. Paral­lel inves­tie­ren viele Kommu­nen und Städte in den Ausbau alter­na­ti­ver Energie­er­zeu­gung. Die bekann­tes­ten Wege sind heute Windener­gie, Solar­ener­gie, Biomasse, Wasser­kraft und Geother­mie. Im Jahr 2020 lag der Anteil der erneu­er­ba­ren Energien an der öffent­li­chen Netto­strom­erzeu­gung Deutsch­lands erstmals über 50 Prozent. In der Immobi­li­en­wirt­schaft begeg­nen wir dabei vornehm­lich den Varian­ten „Photo­vol­taik“ und „Geothermie/​Erdwärme“. Die folgen­den Punkte sind in Bezug auf den Versi­che­rungs­schutz für die Anlagen zu beachten.

Photo­vol­ta­ik­an­la­gen
Photo­vol­ta­ik­an­la­gen sind wohl die bekann­teste alter­na­tive Energie­quelle. Je nach Region schei­nen ganze Ortschaf­ten mit diesen zweiten Dächern überzo­gen worden sein. Hohe Förde­run­gen durch die öffent­li­che Hand haben zu der rasan­ten Verbrei­tung beigetra­gen. Bei einer Photo­vol­ta­ik­an­lage werden viele Solar­zel­len zu Solar­kol­lek­to­ren zusam­men­ge­fasst. Die Anlage besteht aller­dings nicht nur aus den gut sicht­ba­ren Solar­pa­nee­len, sondern auch noch aus weite­ren Bautei­len wie z. B. den Wechselrichtern.

Versi­che­rungs­tech­nisch wird die Anlage im Normal­fall über die Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rung erfasst. Der Versi­che­rungs­schutz beschränkt sich auf den für das Gebäude gewähl­ten Gefah­ren­ka­ta­log. In der Regel ist das die Kombi­na­tion aus den Feuer­ge­fah­ren, Leitungs­was­ser, Sturm/​Hagel und der Elemen­tar­scha­den­ver­si­che­rung. Eine einfa­che, aber leider auch lücken­hafte Lösung. Spezi­elle Deckungs­bau­steine in der Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rung, die eine Allge­fah­ren-Versi­che­rung für die Paneele herstel­len, bieten hier einen quali­ta­tiv besse­ren Schutz.

Viele Versi­che­rer bieten darüber hinaus spezi­elle Elektro­nik- oder Haustech­nik­ver­si­che­run­gen für die Anlagen an, die zusätz­lich zur Sachsub­stanz­ver­si­che­rung entgan­gene Erträge aus Verlus­ten bei der Einspei­sung abdecken. Eines sollte dabei jedoch dringend berück­sich­tigt werden: schlie­ßen Sie Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rung und Elektro­nik-/Haus­tech­nik-Versi­che­run­gen stets bei der gleichen Gesell­schaft ab, um im Schaden­fall mit nur einem Versi­che­rer zu verhandeln.

Die Montage einer Photo­vol­ta­ik­an­lage muss als sog. „Gefah­rerhö­hung“ angese­hen werden. Feuer­weh­ren löschen nur bei entspre­chen­der Fortbil­dung der Rettungs­kräfte. Sturm und Hagel bieten zusätz­li­che Angriffs­flä­che. Zeigen Sie also die Montage recht­zei­tig beim jewei­li­gen Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rer an.

Wichti­ger Punkt ist die Bemes­sung der Versi­che­rungs­summe. Ältere Anlagen wären heutzu­tage neu zu einem Bruch­teil des damali­gen Kaufprei­ses erhält­lich. Dadurch ist die Versi­che­rungs­summe für Photo­vol­ta­ik­an­la­gen oft zu hoch bemes­sen, mit entspre­chen­den Auswir­kun­gen auf den Versi­che­rungs­bei­trag. Bei vielen Anbie­tern kann mit dem aktuel­len Neuwert­preis tarifiert werden, was in der Regel bares Geld spart. Achten Sie zudem auf die Neuwert­ent­schä­di­gung, um im Schaden­fall nicht auf Kosten sitzen­zu­blei­ben, die sich aus der oft niedri­gen Zeitwert­be­rech­nung ergeben.

Geother­mie
Trotz des großen Poten­zi­als weit weniger verbrei­tet ist die Energie­ge­win­nung über die Erdwär­me­nut­zung. Der Erdkern mit rund 6.000 Grad Celsius strahlt natür­lich ab. Schon in 15 Metern Tiefe herrschen selbst bei klirren­der Kälte recht konstante 10 Grad. Erdwär­me­pum­pen etwa werden immer häufi­ger bei Gebäu­de­n­eu­bau­ten instal­liert, um die Heizung des Gebäu­des zu unter­stüt­zen. Da solche Anlagen oft im Haus verbaut sind, werden sie meist auch einfach im Rahmen der Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rung gegen die dort gewähl­ten Gefah­ren mitver­si­chert. Dennoch können hier natür­lich auch techni­sche Defekte auftre­ten, weshalb ein spezi­el­le­rer Schutz in Erwägung gezogen werden sollte. Viele Anbie­ter bieten auch hier einen entspre­chen­den Baustein für Haustech­nik in der Wohnge­bäu­de­ver­si­che­rung an. Zudem können plötz­li­che Schäden durch äußere Einwir­kung über eine beson­dere Leistungs­er­wei­te­rung, die sog. „Unbenann­ten Gefah­ren“ versi­chert werden.

Gewerb­li­che Betrei­ber von Energie­er­zeu­gungs­an­la­gen (Photo­vol­taik & Geother­mie) sollten zusätz­lich zur Sachver­si­che­rung eine Vorsorge gegen Schaden­er­satz­an­sprü­che betrei­ben. Spezi­elle Haftpflicht­ver­si­che­run­gen helfen, Risiken im Zusam­men­hang mit der Einspei­sung von Strom ins öffent­li­che Netz wirksam auf den Versi­che­rer abzuwälzen.

Kontakt
Oliver Breeger
Tel: +49-661-25059-49
E-Mail: oliver.​breeger@​howden-​caninenberg.​de

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