Wie können Messebeteiligungen und Messeevents versichert werden?

Interview mit Karim Lakdawala - 20.02.2004 - Trade Fairs, 1/2004

Wenn der Hobbyfußballer zum Torwandschießen anläuft und sechsmal trifft, wird ein Messeevent schnell zur teuren Angelegenheit. Auch sonst sind Messebeteiligungen und Messeevents mit verschiedenen Risiken verbunden. Damit Aussteller später keinen finanziellen Schaden haben, können Sie sich durch den Abschluss einer Versicherung absichern. Grundsätzlich kommen vier Versicherungsarten in Frage.

Veranstaltungsausfallversicherung

Nicht jede angekündigte Messe findet am Ende tatsächlich statt. Erfolgt eine Absage aufgrund von Schäden in der Messehalle - etwa durch Feuer oder Wasserrohrbruch - ist dies generell in der Veranstaltungsausfallversicherung (VAV) mitversichert. Für andere Absagegründe wie Unwetter, Überschwemmung, Tod eines Staatsoberhaupts oder Terroranschläge werden dem Aussteller optionale Zusatzdeckungen angeboten. Nicht versicherbar ist dagegen der Fall, bei dem eine Messe aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten des Veranstalters abgesagt wird. Als Kalkulationsbasis für die Veranstaltungsausfallversicherung werden alle Kosten genommen, die vom Aussteller für seine Messebeteiligung aufgewendet werden. Die Prämie beträgt rund 1,75 Prozent der Gesamtaufwendungen zuzüglich 16 Prozent Versicherungssteuer. Die marktübliche Mindestprämie pro Vertrag liegt bei 500 Euro zuzüglich 16 Prozent Versicherungssteuer.

Gewinnspielversicherung

Ganz egal, ob es beim Tresorspiel ein Auto, einen nennenswerten Geldbetrag oder eine Traumreise zu gewinnen gibt - kein Aussteller braucht ein großes Risiko einzugehen. Diverse Spielarten lassen sich vergleichsweise kostengünstig versichern. Kalkulationsbasis für die Gewinnspielversicherung ist der ausgelobte Preis. Außerdem wird geschätzt, wie viele Besucher voraussichtlich an dem Gewinnspiel teilnehmen. Aus den ermittelten Daten wird dann die zu zahlende Prämie berechnet. Die Mindestprämie beläuft sich bei Gewinnspielversicherungen auf 450 Euro plus Versicherungssteuer.

Ausstellungsversicherung

Oft verschwinden Exponate, Standbauelemente oder die Eventdeko im Getümmel der Messehallen auf Nimmerwiedersehen. Häufig werden sie auch beim Transport oder dem Auf- und Abbau in Mitleidenschaft gezogen. Dagegen hilft die Ausstellungsversicherung, bei der es sich um eine Allgefahrenversicherung handelt. Versichert sind sämtliche Waren und Gegenstände, die auf der Messe ausgestellt werden - beispielsweise gegen Diebstahl, Beschädigung oder Abhandenkommen. Das schließt den Transport zur Messe und wieder zurück mit ein. Nicht versichert sind jedoch Schäden durch Krieg, Terror, Atomenergie und Vorsatz. Die Mindestprämie beträgt 125 Euro zuzüglich Versicherungssteuer. Der Prämiensatz reicht von 1,50 Promille bis 4,50 Promille. Die jeweilige Höhe richtet sich nach der Art der Messe und Messebeteiligung sowie nach den Gegenständen, die zu versichern sind.

Betriebshaftpflichtversicherung

Nicht nur im Messevorfeld, sondern ebenso während einer Messe können unvorhergesehene Schäden eintreten. Stolpert der Messebesucher über das Mikrophonkabel und fällt seine Arbeitskraft dadurch zeitweise aus, entstehen Schadensersatzforderungen. Andere Szenarien sind ebenfalls denkbar. Solche Ausstellungsrisiken sollten über jede Betriebshaftpflichtversicherung als betriebsübliches Nebenrisiko mitversichert sein - und zwar bis zur vertraglichen Deckungssumme ohne Prämienzuschlag. Während der Messe entstehende Schäden an Personen oder Sachen sind daher über die bestehende Haftpflichtversicherung des Ausstellers versichert. Die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden sollte mindestens pauschal zwei Millionen Euro betragen.